Skiclub 1927 Köthen mit dem DSV Vereinspreis 2020 ausgezeichnet

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Die Vereinsarbeit wurde mit dem zweiten Platz und 1.000 € prämiert. Beworben hat sich der Skiclub Köthen mit dem Projekt „Biathlon in Sachsen-Anhalt“.

Gesucht wurden kreative und innovative Vereinskonzepte. Natürlich auch, aber eben nicht nur vor dem Hintergrund der aktuellen Corona-Krise. Am Ende durften sich der Deutsche Skiverband, die Stiftung Sicherheit im Skisport und DSV aktiv aus vielen guten Bewerbungen für insgesamt sieben Preisträger entscheiden. Die Gewinner nahmen ihre symbolischen Schecks in Höhe von Insgesamt 13.000 € in diesem Jahr digital in Empfang. Der gemeinsame Besuch einer Weltcup-Veranstaltung, normalerweise der Rahmen für die Ehrung, wird in der Saison 2021/2022 nachgeholt.
Sieger in der Kategorie „DSV-Verein des Jahres“ wurde der Skiclub Bad Aibling e.V.. Die drei zweiten Plätze teilen sich der Skiclub 1927 Köthen e.V., der Deutsche Alpenverein Sektion Ulm sowie der Förderverein Schneesport im Tegernseer Tal e.V.
Die Prämie von 1000,00 € wird der Skiclub in die Nachwuchsarbeit investieren. Mehr als 90 % des Vereinsbudgets fließen generell in die Kinder und Jungendarbeit. Biathlon und Skilanglauf ist ein kostenintensiver Sport. Jedes Kind, unabhängig von den eigenen finanziellen Möglichkeiten, soll die Chance haben das Sportangebot des Skiclubs nutzen zu können.
Ausgezeichnet wurde der Skiclub mit dem Projekt „Biathlon in Sachsen-Anhalt“. Ziel des Projektes ist es, Biathlon als Wintersport auch in Sachsen-Anhalt soweit zu etablieren, dass es perspektivisch gelingt, mehr Nachwuchstalente auszubilden und für den Spitzensport an die Bundesleistungsstützpunkte zu delegieren. Neben der Nachwuchsarbeit mit den Kindern und jungen Sportlern, waren insbesondere in 2020 besondere Ideen gefordert, um die Kinder nicht zu verlieren. Eine Menge Arbeit im Hintergrund war, als ein zusätzlicher Bestandteil des Projektes erforderlich, damit die Rahmenbedingen für Biathlon hier in der Region weiter verbessert werden. Was nützt die Situation der Pandemie und das eigene Bedauern. Dieses Jahr hatten wir wegen der ausgebliebenen Wettkampfsaison ungewollte Zeit und haben uns um die Dinge bemüht, die als Grundlage für den Sport und ein weiteres Vorankommen essentiell sind. Konzeptionelle Vereinsarbeit nennt man das. Rahmenbedingungen für die Zeit nach der Krise verbessern. Besonders erwähnenswert, ist die Tatsache, dass es im vergangenen Jahr trotz Pandemie gelungen ist, mehr Kinder an die Ausbildung im Skilanglauf und Biathlon heranzuführen.
Alternative Trainingsmöglichkeiten waren in 2020 gefragt. Geschlossene Sportanlage oder Turnhallen bedeutete nach Möglichkeiten im Außenbereich zu suchen und attraktive Angebote für die Kinder zu schaffen. Nun ging es darum die Vorteile einer Individualsportart zu nutzen. Die Begeisterung konnte durch einen häufigen Wechsel der Trainingsumgebung, -gelände und -art hoch gehalten werden. Dabei wurden die Kinder, anfänglich noch in Kleingruppen im ständigen Wechsel zwischen einigen Parkanlagen, Seenlandschaften, Asphaltbahnen oder Abraumgebiete mit besonders markanten Landschaftsprofilen neugierig gemacht, oder wurden in einem Partnertraining begleitet. Ein erfahrener größerer Sportler stellte sich für einen jungen Sportler als Trainingspartner zur Verfügung. So etwas ist ein Vorteil im Individualsport gegenüber den Mannschaftssportarten. Außerdem hatte der Skiclub in diesem Winter das sehr seltene Glück den Schnee vor der Haustür zu haben, das ausgerechnet in der Zeit, in der das Reisen aufgrund der Pandemie nicht möglich war. So wurden Zeitfenster geschaffen, dass die Neulinge trotz der Lockdownphase die Chance hatten ihre ersten Kilometer auf Ski zu laufen. Das Ganze war natürlich für die Übungsleiter mit Trainingsplänen und Betreuung ein deutlich größerer Aufwand als in den normalen Zeiten. Am Ende konnte in der besonders kritischen Phase nur jeder für sich laufen. Auch die Eltern der Kinder musste mit unterstützen. Anders wäre das nicht möglich gewesen.
Köthen und die Region sind nicht gerade eine typische Wintersportgegend, um Nachwuchsprojekte im Biathlon zu verfolgen. Die Rahmenbedingungen sind natürlich nicht so optimal wie in den großen Wintersportzentren. Es fehlen die Berge, in Sachsen-Anhalt ist der Skiclub der einzige Wintersportverein mit einer Abteilung Biathlon und die öffentliche Wahrnehmung ist natürlich nicht so ausgeprägt wie für Handball oder Fußball. Aber auch das wird als Bestandteil des Projektes verstanden. Die Rahmenbedingungen dafür zu verbessern. Am Edderitzer See ist Sachsen-Anhalts einzige Biathlonanlage dieser Art. Der Wert der Anlage und das Potenzial darin wird bereits durch die Stadt Südliches Anhalt unterstützt. Ganz besonders der Rückhalt durch den Ortschaftsrat Edderitz, die Bedingungen der Sportstätte weiter zu verbessern, wird sehr deutlich wahrgenommen. Unsere Sponsoren und Partner sind uns trotz abgesagter Wintersaison treu geblieben und die Stadt Köthen unterstützt jedes Jahr die Vereinsprojekte. Insgesamt wird noch viel mehr Potenzial für Biathlon in Sachsen-Anhalt gesehen. Mittelfristig wünscht sich der Skiclub, dass Biathlon nicht nur in Köthen stattfindet, sondern Sachsen-Anhalt insgesamt im Biathlon auf nationaler Ebene stärker auftritt.
Für 2021 wünscht sich der Skiclub in erster Linie, dass alle gesund bleiben und letztlich wieder Wettkämpfe laufen können. Die Kinder müssen endlich wieder erleben dürfen wofür sich das Training lohnt. Für die abgelaufene Saison fühlten sich die Nachwuchsbiathleten gut vorbereitet. Mindestens zwei Athleten hätten beim Deutschen Schüler Cup um die Podestplätze mit laufen können. Umso größer ist die Freude auf die nächste Saison. Die Motivation im Verein ist sehr groß und nach der Auszeichnung durch den DSV Vereinspreis umso größer.

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