Das Langlauf-Wunder von Reit im Winkl

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von Dr. Andreas Lange
„ Lass uns weiter am Langlauf-Wunder arbeiten.“ schrieb mir Peter Schlickenrieder nach Abschluss der Deutschen Meisterschaften im Skilanglauf, die bei traumhaftem Spätwinterwetter vom 23.-25.März 2018 in Reit im Winkl stattfanden. Die bestens präparierten Strecken, die für alle Teilnehmer von 16 bis 82!! Jahren anspruchsvoll, aber gut zu laufen waren und ein würdig gestaltetes Umfeld im Start-und Zielbereich boten für die über 300 Teilnehmer eine lange nicht mehr erlebte Deutsche Meisterschaft. Leider machten sich die Medien etwas rar und wer schaut schon Radio Oberland?
Die Blicke der mitgereisten Sachsen-Anhalter richteten sich natürlich vor allem auf unsere Starter, vor allem, die im Projekt Erststartrecht die Eliteschulen des Sports an den Olympiastützpunkten Oberwiesenthal und Oberhof trainieren. Für das Engagement der Trainer für unsere Nachwuchstalente überbrachte deshalb auch der Vizepräsident des SVSA, Dr. Andreas Lange, im Rahmen der ersten Mannschaftsführersitzung den Dank des gesamten Präsidiums.
Das Ergebnis dieser engagierten Arbeit hat sich auch bei der letzten Veranstaltung der Saison gezeigt. So konnte Jessica Löschke (U18; TSV Leuna), nachdem sie im Massenstart über 15 km in klassischer Technik mit dem denkbar knappen Rückstand von 0,7 s die Silbermedaille erkämpft hatte, die Gesamtwertung im Deutschlandpokal für sich entscheiden. Immerhin in dieser Saison nach Josephin Laue (SfV Rothenburg) im Skispringen der zweite Pokalgewinn für die Skisportler aus Sachsen-Anhalt in dieser Saison! Max Kermer (U18; SV Hasselfelde) reichte sein 6. Platz über die 20 km für den 3. Platz in der Pokalwertung. Jannis Grimmecke (U16; NSV Wernigerode), der leider nur 6 der 18 Rennen in die Wertung einbringen konnte und bei der DM über 15 km 10. wurde, erreichte in der Endabrechnung zum Deutschlandpokal einen guten 16. Platz. Hervorzuheben ist auch das engagierte Rennen von Jan-Michel Fräsdorf (U18; Hasselfelde), der nicht in einem Leistungszentrum trainiert und in einem beherzten Rennen und Rang 22 in seiner Klasse immerhin in der Pokalwertung noch in die Punkteränge lief. Im Rahmen der Deutschen Seniorenmeisterschaft erreichten Thomas Hedderich (SV Hüttenrode) und Sebastian Deike (WSV Elbingerode) in der H31 Silber und Bronze.
Am Vortag waren bereits die Titel im Teamsprint in der freien Technik vergeben worden. Hier ist es für unseren kleinen Verband natürlich schwer, schlagkräftige 2-er Teams zusammen zu stellen. Mit Ausnahmegenehmigung für kleine Verbände platzierten sich so Max Kermer mit Hans Köllner (Niedersachsen) in der U18 immerhin auf dem 6. Rang. Mit dem jüngeren Jannis Grimmecke wurde Jan-Michel Fräsdorf immerhin sogar 15..
Leider gab es für das Team von Jessica Löschke, die mit des Sächsin Alina Wildelnhain angetreten war, nur eine Wertung außer Konkurrenz. Dennoch zeigte Jessi eine beachtliche Leistung, lief sie doch, nachdem sie sich von hinterer Startposition nach vorne gekämpft hatte und immer wieder die Spitze des Feldes eroberte in allen anderen Runden die Bestzeiten. In der Wertung hätte am Ende sogar noch Rang 5 gestanden!
Eine besondere Stimmung herrschte dann am Sonntag, für den 141 Vereinsstaffeln gemeldet hatten. Besonderheit war hier, dass alle Sportler dem gleichen Verein angehören mussten. Leider schaffte es hier aus Sachsen-Anhalt nur eine Vereinsstaffel in die reguläre Wertung. Die Mixed-Staffel vom NSV Wernigerode mit Franziska Dahlhaus, Jannis Grimmecke und Thomas Kühlmann wurden im stark besetzten Feld 33. von 43 Staffeln. Eine weitere Staffel war nicht regelgerecht aus 3 Vereinen zusammengesetzt und damit nur außer der regulären Konkurrenz. Besonders erwähnenswert bei den Vereinsstaffeln ist, dass sich zahlreiche bekannte Skilangläufer, die teilweise heute als Trainer tätig sind, in den Dienst ihrer Heimatvereine stellten und deren Staffeln verstärkten. Erstaunlich, was Leute, wie Peter Schlickenrieder, Tobias Angerer, Andreas Schlütter, Renè Sommerfeld, Lutz Hähnel oder Bernd Raupach noch so drauf haben. Das brachte ihnen auch einen großen Beifall ihrer heutigen Schützlinge ein, die die Strecke zahlreich säumten. Wie hatte ich eingangs zitiert:
Ein Langlauf-Wunder, ja es war ein wahres Langlauf-Fest, welches nach Wiederholung schreit.

Ergebnisse:
Team Sprint F
Masstenstart C
Staffel
D-Pokal-Wertung_Jugend_1718

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