Beste Nachwuchsbiathleten Deutschlands zu Gast bei Kati Wilhelm

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Bereits zum siebten Mal lud die mehrfache Olympiasiegerin, Weltmeisterin und Gewinnerin des Gesamt-Weltcups Kati Wilhelm zu ihrem Nachwuchs-Camp in Oberhof und bescherte einer Auswahl Deutschlands bester Nachwuchsbiathleten im Alter zwischen 13 und 15 Jahren ein ereignisreiches Wochenende.

Besuch bei „Lisbeth“

Im Laufe des Freitags trafen die Teilnehmer – 7 Jungs und 12 Mädels aus 8 Landesverbänden – im Sporthotel Oberhof ein. Das KatiCamp scheint sich etabliert zu haben, noch nie war die Teilnehmerzahl so hoch als im siebten Jahr. Nach dem Check-In und einer ersten Begrüßung führte Kati Wilhelm die Teilnehmer über eine kurze Laufrunde zum Grenzadler in das Technologiezentrum des Deutschen Skiverbandes. Der disziplinübergreifende Cheftechniker Enrico Heisig und der Skitechniker Christian Beetz zeigten der jungen Truppe die „heiligen Hallen“ und erklärten, wie Schliffe und Wachse den Sommer über ausgetestet werden. Beetz führte an der „Lisbeth“, einer der Maschinen, anschaulich die Technik vor und verpasste einem Paar Testski einen ersten Schliff. Während des Sommers wird dort akribisch getüftelt um das bestmögliche Material für die deutschen Biathletinnen und Biathleten für die nächste Saison zu entwickeln. Nach einer Besichtigung des Wachstrucks wünschte Enrico Heisig den jungen Skijägern zum Abschied, dass es viele von ihnen ganz nach oben schaffen und gab ihnen auf den Weg, sich mit ihrem Material zu beschäftigen. „Umso mehr ich mich mit meinem Material beschäftige umso besser lerne ich es kennen und umso besser kann ich es einschätzen. Das hilft euch für euren Sport.“

Nächstes Highlight: Einkleidung

Nach einer Joggingrunde zurück durch die Thüringer Wälder begrüßte Kati Wilhelm die Teilnehmer offiziell und stellte das Organisations-Team vor. Ihre Assistentin Kristin Redanz und Hermann Grundner, den für die Spitzensportler zuständigen Verkaufsleiter der Firma Löffler. Das KatiCamp soll eine kleine Auszeichnung und Anerkennung der Nachwuchsathleten für das bisher Erreichte sein, die von ihren Landesverbänden aufgrund ihrer Leistung in der vergangenen Saison vorgeschlagen wurden. Anschließend folgte ein kleines Highlight: Die Ausgabe des Equipments: Die offizielle KatiCamp-2019-Jacke, eine Laufhose, Rucksack, Handschuhe, Mütze und vieles mehr. Die langjährigen Partner Löffler und Madshus unterstützten die 42jährige schon zu ihrer aktiven Zeit und jetzt auch bei dem weitgehend von ihr selbst finanzierten Nachwuchscamp. Nach einem Grillbüffet im Garten des Sporthotels Oberhof hatten die Mädels und Jungs Spaß auf der Bowling-Bahn und beim Beach-Volleyball.

Athletiktraining mit Jens Filbrich

Der zweite Camptag begann mit einem Athletiktraining. Kati Wilhelm hatte sich mit dem ehemaligen Langläufer Jens Filbrich prominente Unterstützung geholt und nach 90 Minuten waren alle richtig ausgepowert. Alle 19 waren voll bei der Sache und arbeiteten konzentriert mit. Aaron Kroll vom SC Neuastenberg-Langewiese war begeistert von der Trainingseinheit. „Die Übungen kann man sehr gut gebrauchen, auch zu Hause, wenn man selbstständig trainiert“ und Jonah Simon (WSV Clausthal-Zellerfeld) meinte: „Das Training fand ich ganz gut, viele Übungen kannte ich schon, aber es kam auch viel Neues und Interessantes dazu, gerade was die Kniestabilität betrifft.

Entscheidungen treffen – Ziele erreichen

Nach einer kurzen Dusche fanden sich allesamt pünktlich zum beeindruckenden Vortrag „Entscheidungen treffen – Ziele erreichen“ von Kati ein. Mit kurzen Film-Einspielungen zeigte sie im Schnelldurchlauf die größten und wichtigsten Erfolge ihrer Karriere und die für sie emotionalsten und bedeutendsten Momente bei den Olympischen Winterspielen in Turin 2006. Die Teilnehmer haben Kati nicht mehr als aktive Biathletin erlebt und kennen sie teilweise nur als TV-Expertin und waren beeindruckt von dem was sie erreicht hat und wie ihr Weg zum Ziel führte. Ihre Message war: Sich ständig Ziele setzen, auch kleine, und ehrgeizig darauf hinarbeiten, aber sich nicht nur auf den Sport, sondern auch auf die Schule konzentrieren, vor allem im Hinblick auf das Leben nach dem Leistungssport. Es müssen Entscheidungen getroffen werden, manchmal auch unpopuläre. Mit vielen Beispielen aus ihrem Sportlerleben verdeutlichte sie dies eindrucksvoll.

Techniktraining in der LOTTO Thüringen Skisport-HALLE Oberhof

Am Nachmittag ging es in die Skihalle in Oberhof, für einige der Teilnehmer zum ersten Mal. Ein ungewöhnliches Bild. Bei knapp 30 Grad Hitze vor der Halle werden Langlaufski und mit Laufanzügen und Mützen gefüllte Rucksäcke ausgepackt. In der Skihalle herrschten dann Temperaturen um minus vier Grad, aber den Biathletinnen und Biathleten ist auch dort schnell warm geworden. Skitechnik stand auf dem Programm. Eine Gruppe trainierte mit der ehemaligen Langläuferin Manuela Henkel, die andere mit Kati, die überrascht und zugleich begeistert war, wie gut die Jungs und Mädels lauftechnisch bereits unterwegs sind.

Am Abend hat Kati einen Bustransfer zu ihrem Lokal „Heimatlon“ in Steinbach-Hallenberg organisiert, wo leckere Urfladen aufgetischt wurden. Die Fladen werden im Holzofen nur mit regionalen Zutaten gebacken. Die Verwertung regionaler Produkte ist Kati sehr wichtig. Seit Mitte Juni ist sie auch neue Thüringer Genussbotschafterin. Bevor die Mutter zweier Kinder, Lotta (7) und Jakob (5), noch eine Runde Eis spendierte, wurden die Vierer-Teams für den Abschlusswettkampf am Sonntag ausgelost.

Abschlusswettkampf in der LOTTOThüringen ARENA am Rennsteig

Am Sonntag wurde es dann nicht ganz so heiß wie vorhergesagt und durch den Wind in der Arena war die Hitze erträglich, auch für die vielen angereisten Eltern, die zur Unterstützung ihrer Sprösslinge gekommen waren.

Unter den wachsamen Augen von Schießstandleiter René König und Schießstandaufsicht Henning Kraatz wurden die Campteilnehmer am Schießstand eingewiesen und der Umgang mit einem Kleinkalibergewehr erklärt. Es musste einmal liegend und einmal stehend auf die großen Scheiben geschossen, dazwischen eine kurze ca. 600 m lange Laufrunde, und für jeden Fehlschuss eine kleine Strafrunde absolviert werden. Viele der Teilnehmer schießen im Wettkampf des Schülercups noch mit dem Luftgewehr. Für sie war das Kleinkaliber deshalb noch etwas fremd und dennoch haben sich alle gut geschlagen. Hochmotiviert und mit lautstarker Unterstützung ihrer Teamkameraden kam es zu einem spannenden Finish zwischen den Schlussläufern der Staffel 4 und der Staffel 2. Nahezu gleichzeitig gingen sie auf ihre Schlussrunde und Marcel Preis setzte sich knapp gegen Raphael Heiland durch.

Shootout – Wer wird bester Schütze des Tages?

Unter den sechs besten Schützen blieben Samuel Kraatz (18,4 Sek.) und Pauline Brune (39 Sek.) in einem Shootout fehlerfrei. Dahinter platzierten sich mit jeweils einem Fehlschuss Lisa Hartmann, Lea Zimmermann und Julia Tannheimer und als Sechste Georgy Langer. Die besondere Schießleistung dieser Sechs wurde bei der Siegerehrung ebenfalls ausgezeichnet. Den Ausgang des Wettkampfs sollen die Teilnehmer nicht zu ernst nehmen, meinte Kati bei der Verabschiedung. Es war nicht einfach: „Das erste Mal mit Kleinkaliber, dann unter Belastung und die speziellen Windverhältnisse. Mein Trainer sagte anfangs immer zu mir: Der Fehler war nicht weit weg.“

„Gut gelaufen“

Drei perfekt organisierte Tage waren wie im Flug vergangen und Kati meinte. „Ich würde sagen: gut gelaufen! Auch wenn es im Vorfeld ein paar Aufregungen gab, leider hatten wir eine Absage wegen Krankheit, war es für alle eine gelungene Veranstaltung bei der auch das Wetter super mitgespielt hat. Ich hoffe die Jungs und Mädels hatten Spaß und in der Skihalle war ich echt begeistert, wie gut sie alle lauftechnisch schon unterwegs sind.“ Sie zeigte sich zuversichtlich, dass es auch im nächsten Jahr ein KatiCamp geben wird. „Ich denke, dass wir auf jeden Fall weitermachen werden, wir haben uns zwischenzeitlich gut etabliert“. Unterstützung kommt dann wohl auch vom Deutschen Skiverband. Mit dem neuen Sportlichen Leiter Bernd Eisenbichler wurden bereits Gespräche geführt. „Es ist uns Hilfe so gut wie zugesagt worden, in welcher Weise werden wir sehen und ich bin erst einmal froh, dass das KatiCamp vom DSV als etwas Gutes und Brauchbares angesehen wird, was man auf jeden Fall fortführen sollte“.

Stimmen der Camp-Teilnehmer

Alina Nußbicker (SV Motor Tambach-Dietharz) war richtig begeistert vom Nachwuchscamp. „Ich habe genau das erwartet und bin sehr froh, dass ich ausgewählt wurde und hier sein durfte; es hat richtig Spaß gemacht.“ Besonders beeindruckt war sie von Katis Vortrag. „Es war sehr schön mal zu sehen, wie ihre Karriere verlaufen ist und dass sie es angesprochen hat, dass man Entscheidungen treffen und sich Ziele setzen muss. Da nimmt man schon das eine oder andere mit.“ Im nächsten Jahr möchte sie im Deutschlandpokal unter die ersten Zehn, aber vor allem möchte sie gesund und ohne Verletzungen durch die Saison kommen.

Lina Ducke (WSV Oberhof) hatte keine Vorstellung vom Camp. „Ich war schon einmal bei Fritz Fischer im Camp, aber das hier ist etwas ganz anderes. Es war mega-schön und ich habe schon sehr viel gelernt hier. Beim Training mit Jens Filbrich ist man in der Gruppe noch einmal mehr zusammengewachsen und bei der Koordinationsleiter habe ich andere Übungen kennengelernt. In ihrem Vortrag hat Kati uns alles sehr detailliert gesagt und die Tipps, die sie uns zwischendurch gegeben hat, bringt einen sehr viel weiter. Gerade sich jeden Tag ein Ziel setzen, das werde ich jetzt auch versuchen“.

Jonah Simon fand Katis Entscheidung von Oberhof nach Ruhpolding zu gehen und dass sie dort ihre eigene Sache gemacht hat, besonders interessant.

Raphael Heiland nimmt mit, dass er auf sicht selbst, auf sein Bauchgefühl hören und wichtige Entscheidungen selbst treffen soll.

Nils Gutmann (SC Todtnau) war wie viele andere das erste Mal in der Skihalle und fand es super. Letzte Saison war er Sieger in seiner Alterklasse; seine Stärke ist das Laufen und beim Schießen will er sich nächste Saison noch verbessern. Vom Camp war er beeindruckt.

Ergebnis des Staffelwettkampfs

Sieger: Staffel 4:

Lisa Hartmann (Bayern)

Lea Zimmermann (Bayern)

Ronja Twieg (Sachsen-Anhalt)

Marcel Preis (Sachsen)

  1. Platz: Staffel 2:

Georgy Langer (Hessen)

Julia Otto (Niedersachsen)

Samuel Kraatz (Thüringen)

Raphael Heiland (Bayern)

  1. Platz: Staffel 3

Nina Lange (Sachsen)

Jessica Friedrich (Sachsen-Anhalt)

Julia Tannheimer (BW)

Nils Gutmann (BW)

  1. Platz: Staffel 5:

Ole-Einar Saure (Hessen)

Lotta Kesper (Hessen)

Lina Ducke (Thüringen)

Kati Wilhelm

  1. Platz: Staffel 1:

Jonah Simon (Niedersachsen)

Aaron Kroll (Westdeutscher Skiverband)

Alina Nußbicker (Thüringen)

Pauline Brune (Westdeutscher Skiverband)

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