30 Jahre SVSA – vielseitig, entwicklungs- und leistungsorientiert – in 125 Jahren Harzer Skisport

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Am 19.2.1896 war die Geburtsstunde des organisierten Skisportes im Harz und die damit verbundene Gründung des Oberharzer Skiklubs. Gemeinsam mit dem daraus entstandenen Skiklub St. Andreasberg und dem Niedersächsischen Skiverband wollten wir als Skiverband Sachsen-Anhalt dieses Jubiläum auf dem Brocken feierlich begehen; der Lockdown lässt eine würdevolle Feier leider nicht zu.
Der Wernigeröder Skihistoriker Dr. Gerd Falkner hat diese Entwicklung des Skisportes von der Faszination des Erlebens der Schneenatur auf Ski bis hin zum organisierten Skisport akribisch recherchiert und umfangreich publiziert.

Für uns als Skiverband Sachsen-Anhalt ist das Jubiläum 125 Jahre Harzer Skisport Anlass und Verpflichtung, auf die vielfältigen Facetten des Skisportes in Sachsen – Anhalt und ihrer Einbettung in unseren Verband, etwa 30 Jahre nach seiner Gründung im April 1990 zurückzublicken.
Der SVSA zeigt sich seit seiner Gründung 1990 als lebendiger, bunter Landesverband, der selbstbewusst und zielorientiert an die stolze Harzer Skitradition anschließt.

Auch in dieser jungen, etwa 30jährigen Skigeschichte des SVSA prägen Skiveranstaltungen für Jedermann aber auch leistungsorientierte Wettbewerbe einen wesentlichen Teil des Verbandslebens. Vielfach sind engagierte Skifreunde in den Vereinen Initiatoren und Durchführende von Veranstaltungen.
30 Vereine zeichnen gegenwärtig ein vielfältiges Bild der Skifamilie des SVSA. Nicht alle haben ihre Heimat im Harzgebirge.
Nachtbiathlon in Köthen, das Skispringen um die Kirschbaumblüte in Rothenburg oder das Training auf textilen Matten in Leuna sind attraktive Angebote für die Talente – und Vereinsentwicklung.
Für die Vereine in Magdeburg sind ihre Skihütten ein wichtiger Anreiz mit dem Skisport die Natur zu erleben.

Der SVSA repräsentierte seine ganzjährig orientierte Angebotspalette mit seinen Vereinen u.a. auch bei den Landesjugendspielen des Landessportbundes im Sommer beispielsweise auf dem BUGA-Gelände in Magdeburg, auf der Peißnitzinsel in Halle, dem Festival des Sportes des DOSB in Osterburg oder beim Sachsen – Anhalt Tag in Wernigerode.
Anziehungskraft entfalten der Schierker Sommerlauf des NSV Wernigerode und des Skiclub Schierke mit Start in der Schierker Feuerstein Arena, der Klippenlauf in Harzgerode, der Knax-Tag der Saalesparkasse in Halle, die Harzquerung des Skiklubs Wernigerode oder der Berganstiegslauf am Geiseltalsee mit Ziel oberhalb eines attraktiven Weingebietes.
Außerordentlich aufwendig durch eine Reihe von Harzer Vereinen und den hauptamtlichen Mitarbeitern des SVSA mit viel Leidenschaft organisiert waren die Weltcups B in der Nordischen Kombination 1998 und 2004 in Schierke und Braunlage sowie die Zentrale Sommerleistungskontrolle des Deutschen Skiverbandes 2019 in Blankenburg.
Eine Kooperation zwischen dem WSV Hasselfelde und dem WSV Benneckenstein realisiert Jahr für Jahr den Hasselfelder Staffeltag, den Oberharzer Grenzlanglauf oder im Abstand von zwei Jahren die Landesjugendspiele in den Wintersportarten im Skilanglauf.
Die Mountainbike-Rennen des SV Hüttenrode, des WSV Friedrichsbrunn, des WSV Benneckenstein gewinnen wie der Triathlon des SV Hasselfelde immer mehr an Anziehungskraft.
Die Tour de Harz gemeinsam mit dem Niedersächsischen Skiverband oder die Nordwestdeutsche Schanzentournee sind Wettkampfformate, bei denen die Sportler länderübergreifend über einen längeren Zeitraum im Wettbewerb stehen.

Mit unterschiedlichem Gewicht haben die Skidisziplinen Skilanglauf, Skisprung, Biathlon sowie Aus- und Weiterbildung im SVSA ihre Heimat.
Legendär waren die Übungsleiteraus- und Weiterbildungslehrgänge im Riesengebirge, viel Aufmerksamkeit erhielt der Mattenslalom im Zwölfmorgental.
Der Aufbau von Kooperationen zwischen Vereinen und Schulen oder Kindergärten, die Einbeziehung der Eltern als Betreuer in das Vereinsleben, das Streben nach Verbesserungen z.B. in Vereinsheimen oder an Sportstätten, die Entwicklung von neuen Formaten des Sporttreibens sowie die Entwicklung von neuen Motivationsstrukturen zeigen eine zunehmende Verwebung von Nachwuchsleistungssport und Breitensport.

Der Nachwuchsleistungssport zeigt sich als zusätzlicher Strukturkern für die Sportentwicklung im SVSA.

Das Projekt „Erststartrecht“ – es beinhaltet den weiteren Start unserer Talente für ihre Heimatvereine, wenn sie in andere Bundestützpunkt gewechselt sind – erhält immer mehr Anerkennung durch DSV und LSB.

Der aktuelle Winter lässt einen die Auswirkungen des Klimawandels fast vergessen.
Die vergangenen Jahre sowie die Ergebnisse der Klimaforschung zwingen allerdings die Strukturen des Schneesportes wie den DSV aber auch uns als SVSA verstärkt zu Überlegungen für Anpassungen an den Klimawandel.
Methodische Lösungen für schneelose Trainings -, Wettkampf – und Kontrollformen, oder Projektideen des DSV mit Beschneiungsinseln oder Snowfarmingplätze zum Anfahren durch Vereine oder auch das Vorhaben „textiler Schnee“, ein Format, welches der TSV Leuna erfolgreich nutzt, sind erste Ansätze.

Gemeinsam mit den Vereinen und Kommunen ist die Sportstättenentwicklung mit eine Kernaufgabe des SVSA. Das Loipenprojekt des Fördervereins für Skisport und Naturschutz im Harz e.V. gemeinsam mit der Stadt Wernigerode und dem Nationalpark im Raum Schierke ist ein gutes Beispiel für das Funktionieren von Partnerschaften und ein herausragendes Angebot für den Skitourismus und den Breitensport.
Eine ganzjährig nutzbare Sportloipe in Schierke, eine Aufstiegshilfe für die Zwölfmorgentalschanze oder die schrittweise Reaktivierung der Benneckensteiner Sprungschanze sind weitere aktuelle Vorhaben.
Die Gründung des SVSA fiel zusammen mit der Festsetzung des Nationalparks Hochharz im September 1990.
Mit der damit verbundenen Nationalparkverordnung wurde die von Skisportlern des Harzes sehnsüchtig erwartete Reaktivierung der seit 1961 sich im politischen Sperrgebiet zu damaligen BRD befindenden traditionsreichen Wintersportanlagen um Schierke nicht mehr möglich, da sich diese im Verordnungsgebiet des neuen Nationalparks befanden.
Diese Wegnahme erfolgte ohne Ersatz, auch wenn dieser der Gemeinde Schierke und dem Skisport durch die damaligen politischen Entscheidungsträger zugesagt wurde.
Der zwangsläufig entstandene Konflikt besteht bis heute.
Hier bedarf es auch bei Berücksichtigung der schwierigen umweltrechtlichen Genehmigungssituation in der Umgebung Schierkes nach wie vor einer Lösung für den Skisport.

Im Rahmen des Jubiläums 125 Jahre Harzer Skisport und mit Blick auf die Zukunft bedankt sich der SVSA bei allen Vereinen, Übungsleitern, Eltern, bei den Kommunen, Kreissportbünden und Landkreisen, dem Landesportbund, dem DSV sowie der Stiftung Sicherheit im Skisport und den zahlreichen Förderern aus der Wirtschaft für die Unterstützung und gute Zusammenarbeit in den letzten Jahren.

Skiverband Sachsen-Anhalt, der Vorstand

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